Pensionszusage - richtig gemacht

Die Pensionszusage ist für den Gesellschafter-Geschäftsführer der effektivste Weg der Altersvorsorge
Pensionszusage von A bis Z
  Finanzierbarkeit

Wegen fehlender Finanzierbarkeit erkennt die Finanzverwaltung eine Pensionsrückstellung nicht an, falls die GmbH überschuldet wäre, wenn bereits kurze Zeit nach Erteilung der Pensionszusage einer der vorzeitigen Versorgungsfälle (Tod oder Berufsunfähigkeit) eintreten würde. In diesem Fall müsste nämlich nach § 6a EStG die gebildete Pensionsrückstellung auf den Barwert der betreffenden Versorgungsverpflichtung aufgestockt werden. Man spricht von dem sogenannten Bilanzsprungrisiko. Führt die fiktive Aufstockung der Pensionsrückstellung auf den Barwert der Berufsunfähigkeits- bzw. der Witwenrente zu einer Überschuldung der GmbH, versagt die Finanzverwaltung der erteilten Pensionszusage insgesamt die steuerliche Anerkennung. In der Vergangenheit hat die Finanzverwaltung deshalb bei kleineren und mittleren GmbHs Pensionszusagen, die auch eine Versorgung für den Fall der Berufsunfähigkeit enthalten, steuerlich nur dann anerkannt, wenn die vorzeitigen Risiken durch entsprechende Versicherungen rückgedeckt waren. Der Bundesfinanzhof ist der Auffassung der Finanzverwaltung jedoch nicht gefolgt. Zwar ist auch nach Ansicht der Rechtsprechung die Finanzierbarkeit der Zusagen für die vorzeitigen Versorgungsfälle durch Aufstellung einer - fiktiven - Überschuldungsbilanz zu prüfen. Nach Ansicht des Bundesfinanzhofes soll dabei jedoch der Wert der Versorgungsverpflichtung nicht mit ihrem Barwert angesetzt werden, der sich bei tatsächlichem Eintritt des Versorgungsfalles ergeben würde, sondern nur mit dem Anwartschaftsbarwert nach § 6 a Abs. 3 Nr. 2 EStG. Es soll nämlich auch berücksichtigt werden, wie wahrscheinlich es ist, dass der betreffende vorzeitige Versorgungsfall eintritt.
Außerdem hat der BFH auch der sogenannten Einheitstheorie der Finanzverwaltung widersprochen. Sollte die Zusage für die Hinterbliebenenversorgung oder die Berufsunfähigkeitsrente nach den obigen Grundsätzen nicht finanzierbar sein, führt dies nicht dazu, dass auch die Zusage der Altersversorgung als verdeckte Gewinnausschüttung zu behandeln ist. Auch in diesem Fall darf die Rückstellung zumindest für die zugesagte Altersversorgung gebildet werden.

Unabhängig von steuerlichen Gesichtspunkten sollte man Zusagen auf Berufsunfähigkeits- und Witwenrente in jedem Fall durch eine entsprechende Versicherung rückdecken. Dies gilt zumindest für die ersten 10 - 20 Jahre, da in diesem Zeitraum üblicherweise noch nicht genügend Kapital angesammelt worden ist, um daraus die betreffenden Versorgungszahlungen finanzieren zu können. Ist eine Rückversicherung dieser Risiken nicht gewollt oder nicht möglich, sollte man erwägen, auf diese Bestandteile der Zusage zu verzichten. Der steuerliche Nachteil ist gering.


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