Pensionszusage - richtig gemacht

Die Pensionszusage ist für den Gesellschafter-Geschäftsführer der effektivste Weg der Altersvorsorge
Pensionszusage von A bis Z
  Rückdeckungsformen

Bisher war es insbesondere bei kleinen GmbHs üblich, zur Rückdeckung der Versorgungszusage eine Kapitallebensversicherung abzuschließen. Dies hat die Gestaltung erheblich vereinfacht, weil die Versicherungsunternehmen zugleich mehrere Dienstleistungen erbracht haben. So haben sie insbesondere den Zusagetext und die Verpfändungserklärung formuliert sowie die Rückstellungswerte berechnet. Seit einigen Jahren setzt sich jedoch die Erkenntnis durch, dass andere, so genannte alternative Wege der Rückdeckung, wirtschaftlich vorteilhafter sind. Insbesondere seit die Versicherer den Unternehmen mitgeteilt haben, dass die Ablaufleistungen sehr viel geringer ausfallen als ursprünglich angenommen, wächst der Wunsch nach besseren Lösungen. Der Nachteil der Lebensversicherung beruht insbesondere auf steuerrechtlichen Gründen. Während die Lebensversicherung bisher im privaten Bereich - bei Einhaltung bestimmter Bedingungen - steuerfrei war, musste eine zum Betriebsvermögen gehörende Lebensversicherung schon immer voll versteuert werden. Hinzu kommt, dass die Steuerpflicht nicht erst mit Auszahlung der Ablaufleistung eintritt, sondern dass jedes Jahr ihr Wertzuwachs zu versteuern ist. Denn auf der Aktivseite der Bilanz ist das Deckungskapital auszuweisen. Die von dem Versicherungsunternehmen erzielte Rendite wird daher um die bei dem Unternehmen anfallenden Steuern von zusammen etwa 38 v. H. (Gewerbesteuer und Körperschaftsteuer) geschmälert.
Die Grundidee einer alternativen Rückdeckung besteht deshalb darin, die in der Zusage enthaltenen Risiken, dass der Versorgungsfall vorzeitig eintritt, durch reine Risikoversicherungen abzudecken und die Kapitalansammlung selbst mit eigenen Anlagen vorzunehmen, die - nach Steuern - eine höhere Rendite erzielen. Das Risiko, dass der Geschäftsführer vor Erreichen der Altersgrenze verstirbt, kann durch eine reine Risiko-Lebensversicherung abgesichert werden und das Risiko der Berufsunfähigkeit durch eine "isolierte" BU-Versicherung.
Als Anlageprodukte bieten sich insbesondere geschlossene Immobilienfonds, Aktienfonds und Schiffsfonds, möglicherweise auch offene Immobilienfonds und - in Zukunft - Reits an. Geschlossene Immobilienfonds bieten steuerliche Vorteile, weil die zugewiesenen Werbungskostenüberschüsse der ersten Jahre den Steuerstundungseffekt, der aus der Rückstellung folgt, noch verstärken. Außerdem werden Wertsteigerungen der Immobilie in der Bilanz nicht ausgewiesen, sondern führen zu stillen Reserven, die erst versteuert werden müssen, wenn die GmbH ihren Fondsanteil oder der Fonds die Immobilie verkauft. Zwar heißt es immer, Immobilien gehören nicht in das Betriebsvermögen, weil hier ein Veräußerungsgewinn auch nach Ablauf von 10 Jahren versteuert werden muss. Der Vergleichsmaßstab muss aber im vorliegenden Zusammenhang die Lebensversicherung im Betriebsvermögen sein. Während bei der Lebensversicherung die Wertsteigerung laufend aufgedeckt wird, ist dies bei der Immobilie erst im Fall einer Realisierung der Wertsteigerung durch Verkauf der Fall.
Der Vorteil von Aktieninvestmentfonds besteht darin, dass die Dividenden und Veräußerungsgewinne bei der GmbH fast steuerfrei sind und nach § 8 b KStG nur noch zu 5 v. H versteuert werden. Einen ähnlichen Vorteil bieten Schiffsfonds. Denn nach § 5 a EStG haben diese Fonds die Möglichkeit, die Tonnagebesteuerung zu wählen. Dieses Steuervergünstigung gilt in gleicher Weise, wenn die Anteile an dem Fonds in einer GmbH gehalten werden. Denn bei der Tonnagesteuer handelt es sich nicht etwa um eine besondere Steuerart, sondern um eine pauschale Form der Gewinnermittlung, bei der nicht der tatsächlich erzielte Gewinn, sondern die Tonnage des Schiffs zu Grunde gelegt wird. Dieses nach § 5 a EStG ermittelte steuerliche Ergebnis wird der GmbH unverändert zugerechnet und bei ihr der Körperschaftsteuer unterworfen. Gewerbesteuer wird auf der Ebene der GmbH nicht mehr erhoben, wenn der Fonds selbst bereits der Gewerbesteuer unterlegen hat. Zwar werden die Fonds auf Grund einer Änderung des § 5 a EStG ab dem Jahr 2007 keine Möglichkeit mehr haben, Anfangsverluste auszuweisen, weil die Möglichkeit, der Tonnagesteuer eine Phase der Normalbesteuerung vorzuschalten, abgeschafft wurde. Auch in Zukunft führt die Tonnagesteuer aber bei Schiffsbeteilungen zu einer erheblichen Erhöhung der Nachsteuerrendite.


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